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Bundesrat: Glyphosatrückstände kein Risiko für die Gesundheit

10 Mai 2018
(lid.ch) – Glyphosatrückstände in Lebensmitteln seien kein Gesundheitsrisiko für Konsumenten: Zu diesem Schluss kommt der Bundesrat in einem heute veröffentlichten Bericht.

Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) hat im Auftrag des Bundesrates 243 Lebensmittelproben aus dem Schweizer Detailhandel auf Glyphosatrückstände untersucht. 60 Prozent der Proben waren glyphosatfrei. Die restlichen Proben wiesen nur sehr geringe Konzentrationen auf, welche alle weit unter den geltenden Rückstandshöchstgehalten lagen und daher gesundheitlich unbedenklich sind. Erst beim täglichen Konsum von beispielsweise 72 kg Teigwaren, 655 kg Brot, 10 kg Kichererbsen oder 1'600 Liter Wein pro Kopf wäre mit gesundheitsschädigenden Folgen durch Glyphosatrückstände zu rechnen, teilt das BLV mit.

Der Bundesrat schreibt im Bericht, der auf ein Postulat der nationalrätlichen Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur zurückgeht, dass aus gesundheitlicher Sicht kein Handlungsbedarf bestehe. Die gemessenen Rückstände in Lebensmitteln seien so tief, dass mit keinem Gesundheitsrisiko für die Konsumentinnen und Konsumenten zu rechnen sei.

Im Gegensatz zu anderen Ländern ist in der Schweiz die Behandlung mit Glyphosat kurz vor der Ernte nicht erlaubt. Produkte aus schweizerischen Erzeugnissen waren weniger belastet, wie die Studie zeigte. Erhöht waren hingegen die Werte beispielsweise bei Teigwaren aus Import-Hartweizen. Allerdings waren laut BLV die Rückstände auch in diesen Lebensmitteln unter den geltenden Höchstgehalten und damit unbedenklich.

Glyphosat ist das am häufigsten verwendete Pflanzenschutzmittel in der Schweiz. Rund 70 Glyphosat-Produkte sind aktuell zugelassen. In den vergangenen Jahren wurde Glyphosat durch mehrere internationale Expertengremien wie z.B. der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) als „nicht krebserregend" eingestuft. Die internationale Agentur für Krebsforschung (lARC) ihrerseits stufte Glyphosat 2015 dagegen als „wahrscheinlich krebserregend für den Menschen" ein.

 

Der Bericht geht zurück auf ein Postulat der nationalrätlichen Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur.