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Donnerstag, 20. Oktober 2016

Pflanzenschutz-Industrie ist gegen Lenkungsabgabe

(lid.ch) – Die Agrochemie-Branche fordert Anpassungen am "Aktionsplan Pflanzenschutzmittel" des Bundes. Dieser sei in der vorliegenden Form nicht umsetzbar, eine Lenkungsabgabe wird abgelehnt


Der Bund hat einen Aktionsplan erarbeitet, wie Risiken von Pflanzenschutzmitteln reduziert und die nachhaltige Anwendung gefördert werden können. Der Entwurf befindet sich noch bis am 28. Oktober in der Vernehmlassung.

Heute hat die Pflanzenschutz-Industrie ihre Stellungnahme präsentiert. Man begrüsse den Aktionsplan grundsätzlich, sagte Anna Bozzi Nising vom Wirtschaftsverband Scienceindustries, dem unter anderem Syngenta, Bayer und BASF angehören. In der vorliegenden Form sei der Aktionsplan aber nicht umsetzbar. Nicht alle Massnahmen und Reduktionsziele seien wissenschaftsbasiert, kritisierte Bozzi Nising. Der Aktionsplan müsse sich an "effektiven Risiken" orientieren. In Bereichen, in denen die Risiken bereits sehr gering seien, sei eine deutliche Risikoreduktion unrealistisch.

Scienceindustries lehnt den Vorschlag des Bundes, eine Lenkungsabgabe auf Pflanzenschutzmitteln einzuführen, ab. Eine solche könne die Risiken nicht effektiv reduzieren. Eine nachhaltige Risikoreduktion werde stattdessen durch Innovation, Beratung, richtige Anwendung und laufende Fortbildung erreicht. Eine Studie aus den Niederlanden habe gezeigt, so Scienceindustries, dass der Einsatz von Spritzmitteln selbst bei stark erhöhten Preisen nur geringfügig sinke.

 

Ebenfalls lehnt die Pflanzenschutz-Industrie den Vorschlag ab, Anwendungen von Spritzmitteln mit besonderem Risikopotential um 30 Prozent zu reduzieren. Die Methodik sei nicht klar ersichtlich, wird kritisiert.

Die Pflanzenschutz-Industrie vermisst im Aktionsplan zudem eine Abschätzung der Folgen: Der Bund müsse aufzeigen, welche Auswirkungen die vorgeschlagenen Massnahmen auf die landwirtschaftliche Produktion habe. Defizite ortet Scienceindustries beim Schutz der Kulturen.Der Aktionsplan dürfe die lokale Produktion qualitativ hochwertiger Nahrungsmittel nicht gefährden.

Als "befremdlich" kritisiert die Pflanzenschutz-Industrie, dass sie sich bei der Erarbeitung des Aktionsplans nicht einbringen konnte. Man sei weltweit führend bei der Forschung und Entwicklung, auch betreffend Risikominimierung und nachhaltiger Anwendungen. Dem Bund wird zudem empfohlen, bei der Risikobeurteilung keinen Alleingang zu machen, sondern sich an internationalen Standards zu orientieren.

Weitere Informationen finden sich unter scienceindustries.ch

© Bayer CropScience Schweiz GmbH